Installation und Objekt

“”WALD STATT ASPHALT”
INSTALLATION 2025
Laut Umweltbundesamt ist der weiter wachsende Auto-mobile individuelle und LKW-Verkehr der Hauptverursacher von Schadstoff-, Feinstaub- und Treibhausgasemissionen mit seinen negativen Auswirkungen für Mensch und Natur.
Dazu droht in Zukunft durch das geplante Infrastrukturgesetz, so der Tenor von Umweltorganisationen, der Naturschutz “unter die Räder zu kommen” – gibt es doch insbesondere dem Auto – Verkehr eine Vorrangstellung mit dem massiven Ausbau von Autobahnen und Fernstraßen.
Diese mit Naturzerstörung durch Abholzung von Wäldern, Zerschneidung von schutzwürdigen Landschaften und der zunehmenden Versiegelung von Freiflächen verbundene Problematik wird in der Installation thematisiert und in einer spielerischen Zukunftsvision als Denkanstoß umgesetzt:
Im Vordergrund thront auf einem Baumstumpf als Sockel die Beton-Figur eines ‘Sportwagenfahrers mit Bleifuß’,der ein Lenkrad mit den Händen hält, als “versteinertes” Fossil einer vergangenen Ära der Vergötterung des Automobils, ergänzt um einige mit Diesel/Benzin betriebene Autos sowie Autoteile, die in den Ästen eines entwurzelten Baumes hängen. Darüber befindet sich in einem Kasten ein langsam laufender Elektromotor als kinetisches Element, das die Betrachter zum Handeln einlädt: Wenn die Ausstellungsbesucher den grünen Taster auf dem „Wolken – Wasser – Grund“ drücken, können sie symbolisch an der Gestaltung einer ‘grüneren Zukunft’ mitarbeiten. Der ‘zufriedene’ Eichenkopf dreht sich dann mit seinem Miniatur – Spielzeug-Rennwagen – elektrisch betrieben – leise und in Zeitlupe auf einer kreisrunden ‘Rennstrecke’, die Natur
erholt sich; die Bäume schlagen wieder aus und die Vögel sind wieder obenauf.
Technik: Installation – Sockel – diverse Hölzer, Skulpturen aus Eichen- und Olivenholz, Betonplastik, Spielzeug-Teile, Modell-Autos, Eisenteile, Elektromotor mit Taster, Acryl-Farbe
 
 
 

“GRANDIOSE AUSSICHTEN!”

Exotische Ziele wie Sri Lanka, Malaysia, Bali werden von der Tourismusindustrie mit Bildern schöner
Menschen unter Palmen, an sauberen Stränden mit glasklarem türkisfarbenem Wasser auf
Hochglanz-Werbeanzeigen als traumhafte Urlaubsorte mit GRANDIOSEN AUSSICHTEN und
MEERBLICK beworben.
Die Realität hält diesen Versprechen selten stand, landet doch dort tonnenweise exportierter Müll –
auch des „Recycling-Weltmeisters“ Deutschland und verdreckt Strände und Meer.
„Grandiose Aussichten“? – wenn der Abbau von Weißblechdosen im Meer 60 Jahre dauert, von
Aluminiumdosen 200, Plastikflaschen 450 und Fischernetzen sogar 600 Jahre?
Oben auf der Installation thront die Skulptur von „Tangaroa“, in der maorischen Mythologie
Herrscher und Beschützer des Meeres, inmitten von Symbolen einer noch intakten Natur. Handelnd
nach einem der obersten Grundprinzipien der Maori-Kultur: KAITIAKITANGA – Schutz von LAND,
HIMMEL UND MEER. ES IST ZEIT, sich wieder daran zu erinnern und Verantwortung zu übernehmen
für unsere bedrohten Ökosysteme.

 

„DER GEHÖRNTE“

Der “Gehörnte” ist das menschlich-männliche Gegenüber des „Röhrenden Hirsches”(1)
Mit seiner demonstrativen Pose der Stärke und sexuellen Potenz wird der „Röhrende Hirsch“ nicht selten als Symbol für die Verherrlichung und Dominanz des Mannes in persönlichen Bereichen sowie des gesellschaftlichen Konkurrenzkampfes bezeichnet. Er steht somit im krassen Gegensatz zu dem in der Installation als „Gehörnter“ dargestellten männlichen Betrachter, der im Hirsch seine Wunscheigenschaften verkörpert sieht, aber in der realen Welt kläglich scheitert. Er wird zum belächelten “Gehörnten”, was er selbst nicht einmal zu merken scheint, mit seinem nach innen gerichteten, selbstzufriedenen Ausdruck. Wenn er es dann tatsächlich einmal wahrnehmen sollte und die Wirklichkeit ihn einholt, dann kann der “Gehörnte”-Typ zur fratzenhaften Maske werden. Aus Ohnmacht wird Wut. toxische Männlichkeit steigert sich zu abgrundtiefem Hass, der sich in ungezügelter Gewalt entlädt – sei es in der Familie, gegen Andersdenkende, gegnerische Fans im Stadion, in politischen Auseinandersetzungen bis hin zum Amoklauf.

(1) Der röhrende Hirsch – das Motiv des kleinbürgerlichen Zimmerschmucks. In Simone Felgentreu (Hrsg.): Duden Basiswissen Schule: Kunst. Duden, Mannheim



Installation und Objekte von Norbert Hillwig. Kontakt und weitere Informationen: norbert.hillwig@destedter-manufakturen.de